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Krankenkasse und medizinisches Cannabis 2026

Die Frage nach der Kostenübernahme ist für die meisten Patientinnen und Patienten der wichtigste Punkt einer Cannabistherapie. Seit der Liberalisierung im Oktober 2022 hat sich die Lage verändert, aber sie ist noch nicht einheitlich geregelt.

Wann zahlt die Grundversicherung

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernimmt die Kosten nur bei einer bewilligten Kostengutsprache durch den Vertrauensarzt der jeweiligen Krankenkasse. Voraussetzung ist in der Regel:

  • Eine schwere, chronische Erkrankung mit dokumentiertem Leidensdruck
  • Vorgängige, ausgeschöpfte Standardtherapien mit ungenügendem Erfolg
  • Eine Verschreibung durch eine Ärztin oder einen Arzt mit Erfahrung in der Cannabismedizin

Kostengutsprache-Gesuch

Das Gesuch wird vom behandelnden Arzt direkt bei der Krankenkasse eingereicht. Folgende Punkte sind hilfreich:

  1. Klare Diagnose mit Verlauf der Erkrankung
  2. Liste der bisher versuchten Therapien und deren Wirkung
  3. Erwarteter therapeutischer Nutzen der Cannabistherapie
  4. Dosierungsplan und ungefähre Kosten pro Monat

Selbstzahler-Anteil

Auch bei genehmigter Kostengutsprache verbleibt häufig ein Selbstzahler-Anteil, je nach Franchise und Selbstbehalt. Bei abgelehnten Gesuchen werden die Kosten vollständig privat getragen.

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Für Ihre individuelle Situation sprechen Sie bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt aus unserem Verzeichnis.

Quellen

  1. Vergütung von Arzneimitteln im Einzelfall (Art. 71a–71d KVV) · Bundesamt für Gesundheit BAG
  2. FAQ Cannabisarzneimittel (Kostenübernahme, Spezialitätenliste) · Bundesamt für Gesundheit BAG
  3. Medizinische Anwendung von Cannabis · Bundesamt für Gesundheit BAG
  4. FAQ zur Vergütung im Einzelfall (Änderung KVV/KLV 22.9.2023) · Bundesamt für Gesundheit BAG
  5. RCA Medizinalcannabis, Schlussbericht 2019 (Hürden beim Zugang) · ISGF, Universität Zürich